Vanille und Meer

VANILLE- BLOG, 28.11.2022 

Die Entstehung der Vanille

Wie die Vanille zu den Menschen kam

Eine Legende über die Entstehung der Vanille

Eine der Frauen des dritten Totonac-Königs, namens Teniztli gebar ein Mädchen, das außergewöhnlich schön war, sodass sie Tzacopontziza (Stern der Morgenröte) genannt wurde. Da ihr Vater wollte, dass kein Mann ihre Schönheit sehen und sich verlieben sollte, weihte er sie dem Kult der Göttin Tonacayohua. Der Tempel der Göttin Tonacayohua befand sich im Hochgebirge in der Nähe der Stadt Papantla. Sie war die Göttin der Ernte und Nahrung.
 
 Eines Tages verließ die junge Frau den Tempel, um nach Opfergaben für die Göttin zu suchen. Ein junger Mann namens Zkatan-oxga (der Junge Hirsch) beobachtete die Prinzessin und verliebte sich sofort unsterblich. Der junge Hirsch erschien der Prinzessin eines Tages und sie fand gefallen an ihm. Da er wusste, dass er enthauptet werden würde, wenn er mit der Prinzessin gesehen würde, entführte er sie und floh mit ihr in Richtung eines Berges.
 
Sie waren nur eine kurze Strecke gegangen, als ihnen plötzlich ein Monster den Weg versperrte. Das Monster spuckte Feuer auf sie und zwang die beiden Verliebten zum Rückzug. Als sie zurück liefen, trafen sie auf die wütenden Priester des Tempels. Ohne etwas sagen zu können, wurden den Fliehenden die Kehle durchgeschnitten, denn die Prinzessin war ausschließlich der Göttin geweiht. Die Priester opferten die Körper dem Schrein des Tempels, rissen die Herzen der jungen Liebenden heraus und warfen sie in eine Schlucht. Auf dem Fleckchen Erde, auf dem die Herzen lagen, begannen alle Pflanzen und Kräuter zu vertrocknen, scheinbar einem Fluch gleich.

Kurze Zeit später jedoch, begann ein Strauch darauf zu wachsen, der auf wundersame Weise in nur wenigen Tagen eine stattliche Größe erreichte. Sobald der Busch seine endgültige Größe erreicht hatte, begann eine kletternde Orchidee neben ihm zu sprießen, die in nur wenigen Tagen den Stamm des Baumes vollständig umschlang. Es hatte den Anschein, als ob die kletternde Orchidee den Stamm sanft umarmen würde, gleich zwei Liebenden, die sich in den Armen halten. Der Schatten des Baumes schien die zarte Pflanze zu beschützen, wie eine Braut, die auf der Brust des Geliebten ruhte. Die Orchidee wuchs weiter und bildete atemberaubend schöne Blüten, welche ein betörendes Aroma verbreiteten.

Diese erstaunliche Pflanze erregte die Aufmerksamkeit der Menschen, die zusammen mit den Priestern zu dem Schluss kamen, dass der Junge Hirsch und die Prinzessin in Baum und Orchidee verwandelt worden waren. Noch mehr waren sie erstaunt, als die Blumen, die an diesem Ort geboren worden waren, zu dünnen und langen Schoten wurden, die, wenn sie reif waren, ein schönes und durchdringendes Aroma abgaben.

Die Orchidee wurde zu einer heiligen Pflanze erklärt. Die Totonaken opfern seitdem die Vanilleschoten der Göttin Tonacayohua. Aus dem Blut der Prinzessin wurde die Vanille geboren, die bei den Totonaken Xanath (Versteckte Blume) und bei den Azteken Tlilxóchitl (Schwarze Blume) genannt wird.

¹   Quelle: Foto und Übersetzung VANILLEUNDMEER
"La Leyenda de la Vainilla", Autor: José de Jesús Núñez y Domínguez 

Mexikanischer Autor u Dichter, N. Papantla, Veracruz, Mexiko, 27.04.1887 – 31.03. 1959 

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